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Im Gespräch mit Doris Marx-Ruhland: Hinter dem, was sie sagt, liegt ein Weg

17.05.2026 | Redaktion | Interview
Im Gespräch mit Doris Marx-Ruhland: Hinter dem, was sie sagt, liegt ein Weg

Wo alles begann

 

Redaktion: 

Schon in den ersten Minuten dieses Gesprächs wird klar, dass man Doris Marx-Ruhland nicht versteht, wenn man nur auf das schaut, was sie heute tut. Man muss ein Stück zurückgehen. Dorthin, wo vieles entstanden ist, das heute noch wirkt. 

Frage:

Wo sind Sie aufgewachsen - und was davon wirkt bis heute in Ihnen nach?

Doris:

Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, mit vielen Geschwistern. Meine Eltern hatten viel Arbeit und wir mussten früh mithelfen. Jeder war für etwas verantwortlich. Ich habe früh Verantwortung übernommen, im Haushalt, auf dem Hof, überall. 

Das gemeinsame Arbeiten hat uns auch zusammengeschweißt. Wenn Heu gemacht wurde, waren wir draußen, während andere vielleicht schon unterwegs waren. Aber für mich war das ganz selbstverständlich.

Und ich glaube, daraus ist mein starkes Pflichtbewusstsein entstanden. Dieses Gefühl, dass man Dinge einfach macht. Dass man Verantwortung übernimmt. Wobei ich heute auch weiß, dass ich manchmal dazu neige, zu viel zu machen und mich sehr stark über Arbeit zu definieren. 

Redaktion:

Während Doris das sagt, wirkt es nicht schwer. Eher ruhig. Fast selbstverständlich. Man spürt: Das ist nichts, was sie sich später angeeignet hat. Das ist etwas, das in ihr gewachsen ist. 

Frage:

Gab es in Ihrer Familie einen Umgang mit Konflikten?

Doris:

Ja, wir haben uns schon auch viel gestritten. Bei fünf Kindern, die alle nah beieinander sind, da ist das ganz normal. Da war auch viel Wettbewerb, wer bekommt Aufmerksamkeit. 

Aber Konflikte wurden gerne mal totgeschwiegen oder ausgesessen. Und das ist etwas, das ich später wirklich lernen musste. Dass es wichtig ist, Dinge offen anzusprechen. 

Ich sage heute meinen Teilnehmenden oft, wie wichtig es ist, Konflikte nicht zu lange liegen zu lassen. Und gleichzeitig weiß ich auch von mir selbst, dass ich immer wieder aufpassen muss, nicht zu lange zu warten. 

Redaktion: 

Es ist diese Ehrlichkeit, die berührt. Nicht, weil sie etwas perfekt macht, sondern weil sie genau weiß, wo ihre eigenen Themen liegen. Und weil sie sie nicht ausklammert. 

Frage:

Was wurde damals von Ihnen erwartet - und was davon haben Sie später hinter sich gelassen?

Doris:

Dass Leistung zählt. In der Schule, im Sport, überall. Ich habe dadurch einen wahnsinnigen Ehrgeiz entwickelt, der mich auch sehr weit gebracht hat. Aber dieses Gefühl, dass man nur gut ist, wenn man Leistung bringt, das hat mich im Nachhinein schon beschäftigt. 

Ich habe versucht, das für mich zu verändern. Und vor allem habe ich versucht, dieses Gefühl, über Leistung wertvoll zu sein, als Mutter nicht genauso weiterzugeben. Auch wenn ich merke, dass es nicht so einfach ist, sich komplett davon zu lösen. 

Redaktion:

Man hört diesen Satz und merkt, wie viel darin steckt. Kein Bruch mit der eigenen Geschichte. Aber ein bewusstes Hinsehen. Und vielleicht auch ein leises Ringen damit, was bleibt und was man verändern möchte. 

Frage:

Welche Rolle haben Anpassung und eigene Haltung damals gespielt?

Doris:

Dadurch, dass ich in der DDR aufgewachsen bin, war Anpassung schon ein Thema. Meine Eltern hatten eine eigene Meinung, aber sie waren auch sehr diplomatisch, damit wir keine Nachteile haben. 

Was ich sehr stark mitgenommen habe, ist diese Offenheit zu Hause. Beim Essen waren wir immer zusammen, das war ein Ritual. Da wurde viel gesprochen, auch über Politik. Und ich habe dort gelernt, dass ich meine Meinung sagen darf. Auch wenn andere anders denken. Und dass jeder Mensch etwas Besonderes hat. 

Redaktion:

Während Doris darüber spricht, wird spürbar, dass genau hier etwas entstanden ist, das heute ihre Arbeit trägt. Dieses Interesse an Menschen. Dieses Nicht-Verurteilen. Dieses Zuhören. Nicht als Technik. Sondern als etwas, das tief verankert ist. 

 

Frühe Verantwortung und das, was bleibt

 

Redaktion:

Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs wird immer deutlicher, wie früh Doris gelernt hat, Verantwortung zu tragen. Nicht als bewusste Entscheidung, sondern als Teil ihres Alltags. Und vielleicht liegt genau darin der Ursprung vieler Dinge die sie heute so klar benennen kann. 

Frage:

Welche Rolle hat Verantwortung für Sie schon früh gespielt?

Doris:

Eine sehr große.Meine Mutter hat mir viel zugetraut. Ich hatte Verantwortung für meine jüngeren Schwestern, obwohl ich selbst noch sehr jung war. Ich habe sie vom Kindergarten abgeholt, auf sie aufgepasst. 

Einerseits hat mir das gefallen, weil ich gemerkt habe, dass mir vertraut wird. Andererseits war ich oft überfordert. Aber ich habe das nicht gesagt. Ich wollte meine Mutter nicht enttäuschen. 

Redaktion:

In diesem Moment verändert sich etwas im Gespräch. Es wird stiller. Persönlicher.

Frage:

Was hat das langfristig mit Ihnen gemacht?

Doris:

Ich übernehme wahnsinnig gern Verantwortung. Das ist mir wirklich mitgegeben worden. Aber ich weiß auch, dass ich dazu neige, über meine Grenzen zu gehen. Weil ich das als Kind so gelernt habe. 

Ich habe mich viel damit beschäftigt, auch in meinen Ausbildungen und in der Selbsterfahrung. Und ich habe gemerkt: Es ist eine Gabe. Aber es kann auch ein Fluch sein. 

Redaktion:

Vielleicht ist es genau dieser Satz, der vieles zusammenfasst: Nicht schwarz oder weiß. Nicht Stärke oder Schwäche. Sondern beides. Und genau daraus entsteht diese besondere Art, auf Menschen zu schauen. Nicht bewertend. Sondern verstehend. Weil Doris diese inneren Bewegungen selbst kennt. 

Frage:

Gab es einen Moment, in dem Sie gemerkt haben: Ich funktioniere - aber es fühlt sich nicht stimmig an?

Doris:

Ja. Ich habe viele Dinge mitgemacht, auch im System damals. Aber ich hatte immer diese Sehnsucht nach Freiheit. Wenn Besuch aus dem Westen da war und wieder gegangen ist, war ich oft tief traurig. Schon als Kind habe ich gespürt, da stimmt etwas nicht. Ich habe funktioniert, aber es hat sich nicht stimmig angefühlt. 

Redaktion:

Hier verändert sich etwas im Gespräch. Es geht nicht mehr nur um Verantwortung oder Leistung. Sondern um dieses innere Gefühl, das viele lange nicht greifen können. 

 

Zwischen Anpassung und innerer Freiheit

 

Redaktion:

Je länger wir sprechen, desto deutlicher wird, wie stark sich diese innere Spannung durch Doris' Leben gezogen hat. Auf der einen Seite das Funktionieren, das Durchhalten, die Verantwortung. Auf der anderen Seite diese frühe Sehnsucht nach Freiheit und dem Gefühl, den eigenen Weg finden zu müssen. 

Frage:

Wie ging Ihr beruflicher Weg damals weiter?

Doris:

Zu DDR Zeiten konnte man sich den Beruf nicht immer einfach aussuchen. Da hieß es irgendwann: Jetzt wirst du Krankenschwester. Ich habe das gelernt und ich habe auch gemerkt, dass ich gut mit Menschen kann. 

Aber gleichzeitig habe ich gespürt: Das ist nicht hundertprozentig mein Weg. Ich war plötzlich weg vom Bauernhof, weg von zu Hause, in der Stadt. Ich habe mich am Anfang überhaupt nicht wohlgefühlt. Aber aufhören war keine Option.

Redaktion:

Dieser Satz bleibt kurz im Raum hängen. "Aufhören war keine Option." Weil man plötzlich versteht, wie tief dieses Durchhalten in Doris verankert ist. 

Doris: 

Meine Mutter hat damals gesagt: "Mach es fertig, Doris. Zieh es durch." Und sie hat mir wirklich den Rücken gestärkt. Das hat mich weit gebracht im Leben. Dieses Nicht Aufgeben. 

Aber ich weiß heute auch, dass es manchmal vielleicht gesünder gewesen wäre zu sagen: Nein. Das passt nicht zu mir.

Redaktion:

Es ist bewegend, wie offen Doris heute darauf schaut. Nicht verbittert. Nicht anklagend. Sondern mit einem Verständnis dafür, wie sehr einen solche frühen Prägungen formen. 

Frage:

Gab es einen Moment, an dem Sie gemerkt haben: So wie es gerade läuft, möchte ich nicht weitermachen?

Doris: 

Ja. Ganz klar. Ich war 1988 mit einer Reisegruppe im Westen und habe mich dort von der Gruppe entfernt. Ich bin nicht mehr zurückgegangen in die DDR. Und ich weiß noch genau, was ich damals zu mir gesagt habe: Wenn du jetzt zurückgehst, dann wirst du dich dein Leben lang nicht mehr beschweren dürfen. Weil du deine Chance hattest. 

Redaktion:

Während sie das erzählt, spürt man noch heute die Größe dieses Schrittes. Nicht theoretisch. Nicht romantisch verklärt. Sondern existenziell. 

Doris:

Ich hatte damals fast nichts. Eine Plastiktüte mit ein paar Sachen und vielleicht 80 oder 100 Westmark. Mehr nicht. Aber ich wusste: Ich muss das machen. 

Und diese Erfahrung hat mir später gezeigt, dass oft viel mehr möglich ist, als wir glauben. Dass man springen kann. Auch wenn man Angst hat. 

 

Ankommen und trotzdem weiter suchen

 

Redaktion: 

Was mich während des Gesprächs immer wieder berührt, ist, dass Doris ihren Weg nicht wie eine klassische Erfolgsgeschichte erzählt. Nicht nach dem Motto: Entscheidung getroffen, Ziel erreicht, angekommen. Es klingt eher nach einem langsamen Annähern. Nach vielen Momenten, in denen sie gespürt hat: Das hier bin ich noch nicht ganz. Aber vielleicht komme ich mir gerade näher.

Frage:

Wann hatten Sie zum ersten Mal das Gefühl: Jetzt bin ich auf dem richtigen Weg?

Doris:

Nachdem ich im Westen war, habe ich mein Fachabitur nachgeholt. In einem Jahr. Und das war wirklich hart. Ich konnte kaum Englisch, wir hatten ja Russisch in der DDR. Aber ich hatte einen unglaublichen Ehrgeiz. Ich habe mir Nachhilfe gesucht bei einer älteren Lehrerin. Jeden Nachmittag bin ich zu ihr gegangen, danach habe ich gelernt. Und ich habe es geschafft. Da war ich wirklich stolz auf mich. 

Redaktion:

Man hört Doris an, wie viel ihr dieser Moment bis heute bedeutet. Nicht wegen des Abschlusses. Sondern wegen dieses Gefühls: Ich kann mir ein anderes Leben aufbauen. 

Doris:

Danach wusste ich trotzdem erst mal nicht, was ich studieren soll. Viele sind Richtung Sozialpädagogik gegangen, aber ich habe gemerkt. Das fühlt sich für mich nicht richtig an. 

Und dann habe ich mich für Betriebswissenschaft entschieden. Das war am Anfang knüppelhart. Ich hatte überhaupt keine Ahnung. Aber irgendwann fand ich es unglaublich spannend. Und ich habe gemerkt: Diese Verbindung aus Menschen und Unternehmen, das ist genau meins. 

Redaktion:

Während sie darüber spricht, merkt man, wie wichtig dieses Gefühl für sie war. Nicht einfach nur zu funktionieren. Sondern etwas zu finden, das wirklich zu ihr passt. Und trotzdem zieht sich noch etwas anderes durch ihre Erzählungen. Immer wieder kommt sie auf Menschen zurück. Auf Begegnungen. Auf das, was zwischen Menschen passiert. Fast so, als hätte sie das schon früher beschäftigt, bevor sie überhaupt Worte dafür hatte.

Frage:

Was haben Sie in dieser Zeit über Menschen gelernt?

Doris:

Schon als Krankenschwester habe ich gemerkt, wie gern ich mit Menschen arbeite. Ich konnte Menschen oft zum Lachen bringen, obwohl sie krank waren oder Schmerzen hatten. Gerade ältere Menschen haben sich gefreut, wenn ich ins Zimmer gekommen bin. Und ich glaube, ich habe dort gelernt, Menschen nicht vorschnell zu beurteilen. Sondern eher zu schauen: Was steck dahinter? Warum ist jemand so geworden?

Redaktion:

Als sie das sagt, wird plötzlich sehr klar, dass ihre heutige Arbeit nicht irgendwann "entstanden" ist. Sie war eigentlich schon immer da. In ihrer Art zuzuhören. In ihrem Blick auf Menschen. In diesem ehrlichen Interesse daran, was jemanden bewegt. 

 

Wenn Menschen sich gesehen fühlen

 

Redaktion: 

Je länger wir sprechen, desto deutlicher wird: Doris interessiert sich nicht für Oberfläche. Nicht für Techniken, die schnell wirken. Nicht für Formulierungen, die man einfach auswendig lernen kann. Was sie wirklich beschäftigt, ist etwas anderes. Die Frage, warum manche Gespräche etwas verändern - und andere nicht. 

Frage:

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Fachwissen allein nicht entscheidet, ob Menschen einem folgen?

Doris:

Das habe ich nach ein paar Jahren als Trainerin gemerkt. Ich konnte fachlich noch so gut vorbereitet sein. Wenn ich die Menschen emotional nicht erreicht habe, dann hat trotzdem etwas gefehlt. Erst wenn Menschen wirklich spüren, was Kommunikation oder Führung bewirken kann, entsteht etwas. Dann folgen sie dir auch. 

Redaktion: 

Doris erzählt von einer Situation in einem Führungskräftetraining, die ihr bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Junge Führungskräfte. Ehrgeizig. Zielstrebig. Und gleichzeitig immer wieder zu spät aus den Pausen zurück. 

Doris:

Irgendwann habe ich gesagt: "Sie sind Führungskräfte. Wenn wir Pausenzeiten vereinbaren und Sie zustimmen, dann erwarte ich auch, dass Sie sich daran halten." Ich habe das sehr direkt gesagt und war auch wirklich sauer. Danach dachte ich erst: Hoffentlich warst du nicht zu hart. 

Redaktion:

Sie lächelt kurz, als sie das erzählt. Und dann verändert sich etwas in ihrer Stimme. 

Doris: 

Am Ende kam eine Teilnehmerin zu mir und sagte: "Doris, du bist mein großes Vorbild." 

Und das hat mich tief berührt. Weil ich gemerkt habe: Menschen brauchen nicht jemanden, der alles weichzeichnet. Sie brauchen Orientierung. Ehrlichkeit. Klarheit. 

Redaktion:

Ich glaube, genau an dieser Stelle versteht man etwas sehr Wesentliches an Doris. Diese Klarheit, von der viele sprechen, hat nichts Kühles. Nichts Hartes. Sie entsteht aus Aufmerksamkeit. Aus Präsenz. Aus dem ehrlichen Wunsch, Menschen weiterzubringen und ihnen etwas zuzutrauen. 

Frage:

Gab es in Ihrer Entwicklung einen Moment, in dem sich Ihr Blick auf Menschen verändert hat?

Doris:

Ja, sehr stark durch meine Coaching Ausbildung. Ich habe von 2005 bis 2007 eine intensive Ausbildung gemacht, mit ganz viel Selbsterfahrung. Und ich glaube, dort habe ich nochmal gelernt, Menschen anders wahrzunehmen. Genauer hinzuspüren. Auch zu spüren, was jemand gerade braucht. 

Redaktion: 

Während Doris darüber spricht, merkt man, dass ihre eigene innere Arbeit kein Nebenschauplatz war. Sie gehört zu ihrem Weg dazu. Vielleicht ist genau das der Grund, warum sie Menschen heute so begegnen kann, wie sie es tut. Weil sie selbst bereit war, hinzusehen. 

Doris:

Ich glaube, Menschen merken, ob jemand wirklich da ist. Ob jemand sie wirklich sieht. Und ich merke auch heute in Trainings sehr schnell, wenn jemand sich zurückzieht oder sich nicht traut oder vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat. Dann geht es nicht darum, Druck zu machen. Sondern einen Raum zu schaffen, in dem die Person ihren eigenen Schritt gehen kann. 

Redaktion: 

Dieser Satz bleibt lange hängen. Vielleicht weil darin etwas liegt, das heute selten geworden ist. Nicht schneller machen. Nicht drängen. Nicht sofort bewerten. Sondern erst einmal verstehen. 

 

Klarheit hat nichts mit Lautstärke zu tun

 

Redaktion:

Irgendwann im Gespräch kommen wir auf ein Wort, das sich durch fast alles zieht, worüber Doris spricht: Klarheit. Und gleichzeitig merkt man schnell, dass sie damit etwas anderes meint als viele andere. 

Frage:

Sie sprechen oft über Klarheit. Was wird dabei Ihrer Erfahrung nach häufig verwechselt?

Doris:

Viele denken, sie sind klar, wenn sie einfach ganz viel erklären. 

Ich kenne das auch von mir früher. Man redet und redet und denkt, man macht es dadurch verständlicher. Aber eigentlich wird es oft immer unklarer. 

Redaktion: 

Sie lacht kurz. Nicht über andere. Eher über sich selber.

Doris:

Ich merke das manchmal auch heut noch im Training. Dann sehe ich irgendwann in den Gesichtern: Jetzt habe ich euch verloren. 

Dann sage ich oft selber: "Gell, jetzt habe ich euch verloren." Und dann lachen alle. Da merke ich sofort: Doris, jetzt warst du gerade nicht klar. 

Redaktion: 

Ich glaube, genau das macht ihre Art so besonders. Dass sie sich selbst immer mit im Blick behält. Nicht von oben herab. Nicht unfehlbar. Sondern wach. 

Frage: 

Was passiert mit Menschen oder Teams, wenn Klarheit dauerhaft fehlt?

Doris:

Ganz unterschiedliche Dinge. Manche richten sich irgendwie ein und machen ihren Job halt so, wie sie glauben, dass es passt. Andere werden unzufrieden oder richtig demotiviert. Und manche suchen ständig nach Orientierung, stellen Fragen und laufen herum, weil sie wissen wollen, woran sie eigentlich sind und was genau von ihnen erwartet wird. 

Redaktion:

Während sie das erzählt, merkt man, wie oft sie genau solche Situationen erlebt haben muss. Dieses ständige zwischen den Zeilen lesen. Dieses Nicht Wissen, woran man wirklich ist. Und vielleicht ist genau deshalb Klarheit für sie nichts Oberflächliches. Sondern etwas, das Menschen Sicherheit gibt. 

Frage: 

Gab es früher Dinge, die Sie gedacht, aber nicht ausgesprochen haben?

Doris: 

Ja, ich habe mich früher oft nicht getraut zu unterbrechen. Ich dachte immer, das ist unhöflich. Und innerlich dachte ich oft: Ich würde jetzt so gern etwas sagen oder nachfragen. 

Heute mache ich das viel schneller. Wenn jemand sich verliert oder um etwas herumredet, frage ich direkt: "Was genau willst du mir sagen?" oder "Was brauchst du gerade?"

Redaktion:

Man merkt beim Zuhören, dass diese Klarheit nichts Aggressives hat. Sie entsteht nicht daraus, Recht haben zu wollen. Sondern daraus, wirklich verstehen zu wollen. 

 

Was Führung heute so schwierig macht

 

Redaktion:

Je länger das Gespräch dauert, desto stärker wird auch spürbar, wie genau Doris die Veränderungen in Unternehmen beobachtet. Nicht theoretisch. Sondern nah an den Menschen.

Frage:

Was beobachten Sie aktuell besonders häufig in Unternehmen?

Doris:

Ich merke, dass viele Menschen vorsichtiger geworden sind. Viele überlegen sehr genau: Wenn ich jetzt etwas sage oder mache, schadet mir das vielleicht später? Bekomme ich dann noch Entwicklungsmöglichkeiten? Passe ich noch ins Bild?

Und gleichzeitig passiert in vielen Unternehmen gerade unfassbar viel. Umstrukturierungen, neue Prozesse, ständige Veränderungen. 

Die Leute brauchen Orientierung. Aber oft bekommen sie sie nicht. Das macht Menschen müde. 

Redaktion: 

Dieser Satz kommt leise. Fast traurig. 

Frage:

Was wird Ihrer Meinung nach gerade unterschätzt?

Doris: 

Wie sehr Unsicherheit Menschen lähmen kann. Wenn große Veränderungen angekündigt werden und dann monatelang nichts passiert, sitzen viele innerlich mit angezogener Handbremse da. Die Leute treffen keine Entscheidungen mehr. Manche resignieren innerlich schon lange vorher. 

Und das Tragische ist: Menschen aus dieser Resignation wieder herauszuholen, kostet unglaublich viel Energie. Das wird oft komplett unterschätzt. 

Redaktion:

Man merkt, wie wichtig Doris dieses Thema ist. Nicht nur wirtschaftlich. Sondern vor allem menschlich. 

Ich habe während unseres Gesprächs immer wieder das Gefühl, dass Doris Dinge anspricht, die viele spüren - aber selten so klar formulieren. Vielleicht berührt genau das so sehr. Weil man sich plötzlich verstanden fühlt. 

 

Wenn Menschen beginnen, sich selbst zu begegnen

 

Redaktion:

An einem Punkt des Gesprächs sprechen wir über ihre offenen Seminare. Und plötzlich wird sehr deutlich, warum Menschen nach diesen Tagen oft anders hinausgehen, als sie gekommen sind. Nicht, weil sie möglichst viele Inhalte bekommen haben. Sondern weil etwas anderes passiert. 

Frage: 

Ihre Seminare wirken sehr bewusst gestaltet. Was soll dort auf keinen Fall passieren?

Doris:

Was ich nicht möchte, ist, dass Menschen einfach nur drin sitzen, zuhören und innerlich gar keinen Zugang finden. 

Ich möchte auch nicht, dass Teilnehmende das Gefühl haben, sie bekommen einfach Konzepte präsentiert oder schreiben nur Inhalte mit. 

Und ich möchte nicht, dass Menschen das Gefühl haben, sie sitzen zwar in einer Gruppe, gehören aber innerlich gar nicht dazu. Oder dass sie irgendwelche Rollenspiele machen, bei denen sie sich fragen: Was mache ich hier eigentlich gerade und was hat das mit meinem Alltag zu tun?

Und ich möchte vor allem nicht, dass Menschen sich nicht abgeholt fühlen.

Redaktion:

Während sie das sagt, merkt man sofort: Für Doris beginnt Lernen nicht bei Wissen. Es beginnt dort, wo Menschen anfangen, wirklich bei sich anzukommen. 

Frage:

Was verändert sich bei Menschen, wenn sie aufhören, sich ständig zu erklären?

Doris:

Sie kommen viel mehr mit sich selbst in Berührung. Ich frage in Trainings oft: "Was fühlst du gerade?" Und viele brauchen unglaublich lange, um das überhaupt benennen zu können. Dann sagen sie vielleicht erst: "Nicht so gut." Und ich merke aber schon im Gesicht: Da steckt mehr dahinter. 

Redaktion: 

Ihre Stimme wird an dieser Stelle ganz weich. Fast behutsam. 

Doris: 

Dann frage ich manchmal: "Kann es sein, dass du enttäuscht bist?" Und plötzlich kommen Tränen. Weil die Person merkt: Ja. Genau das ist es eigentlich. Und dann frage ich: "Was hält dich davon ab, das auszusprechen?"

Und wenn die Menschen es dann wirklich sagen und der andere antwortet: "Jetzt hast du mich erreicht", dann sind das für mich unglaubliche Momente. 

Redaktion: 

Es entsteht kurz Stille. Nicht unangenehm. Eher berührend. 

Und ich merke beim Zuhören, dass genau dort ihre Arbeit beginnt. Nicht bei perfekten Geschichten. Nicht bei Techniken. Sondern bei diesem ehrlichen Moment, in dem ein Mensch plötzlich nicht mehr erklärt, sondern wirklich zeigt, was in ihm vorgeht. 

 

Nicht jeder möchte sich wirklich begegnen

 

Redaktion:

Besonders spannend finde ich die Frage, für wen ihre Seminare eigentlich nicht gedacht sind. Denn ihre Antwort kommt ohne Härte aus und ist gleichzeitig sehr klar und ohne Bewertung. 

Frage: 

Für wen sind Ihre Seminare nicht gedacht?

Doris: 

Wenn jemand sagt: "Ich hole mir da mal ein paar Tipps ab", aber eigentlich gar nicht bereit ist, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. 

Wenn jemand nur sachlich bleiben will und nicht bereit ist, auch auf das eigene Verhalten zu schauen. 

Dann wird es schwierig. 

Frage:

Was erleben Teilnehmer bei Ihnen häufig zum ersten Mal, obwohl sie oft schon lange im Berufsleben stehen?

Doris: 

Viele sagen mir: "Ich habe noch nie so ehrliches Feedback bekommen." Nicht verletzend. Aber ehrlich. Und viele merken zum ersten Mal wirklich, wie sie wirken. Oder welchen Anteil sie selbst an Konflikten haben. 

Redaktion:

Ich muss an dieser Stelle an etwas denken, das sich durch das gesamte Gespräch zieht: Doris traut Menschen etwas zu. Auch die unbequemen Erkenntnisse. Auch die ehrlichen Spiegel. Und vielleicht genau deshalb fühlen sich Menschen bei ihr nicht klein gemacht, sondern ernst genommen. 

Doris: 

Wir arbeiten nicht einfach Inhalte ab. Wir arbeiten wirklich mit dem Menschen. Mit dem, was gerade sichtbar wird. Wir konfrontieren, wir spiegeln, wir gehen auf die Meta Ebene und sprechen aus, was wir beobachten. 

Redaktion:

Während sie das erzählt, wird verständlich, warum ihre Seminare oft so nachwirken. 

Weil Menschen dort nicht nur etwas lernen. Sondern sich selbst begegnen. 

 

Sich selbst führen, wenn es eng wird

 

Redaktion: 

Je persönlicher das Gespräch wird, desto mehr interessiert mich irgendwann auch die Frage, wie Doris selbst mit Druck umgeht. Wie jemand, der so viele Menschen begleitet, sich selbst wieder sortiert, wenn es eng oder unübersichtlich wird. 

Frage: 

Was tun Sie, wenn Sie merken, dass Sie innerlich unter Druck geraten?

Doris: 

Das Erste ist tatsächlich Atmen. Ich atme bewusst ein, zähle bis drei, halte kurz an und atme langsam wieder aus. Und das mache ich ein paar Mal hintereinander. Ich merke richtig, wie ich dadurch innerlich ruhiger werde. 

Und wenn ich in einem Gespräch unter Druck gerate, dann frage ich mich oft: Welche Frage hilft mit jetzt gerade? Welche Frage gibt mir Zeit, wieder klar zu werden und meine Gedanken zu sortieren?

Redaktion:

Ich finde diesen Gedanken unglaublich spannend. Nicht sofort reagieren zu müssen. Nicht sofort die perfekte Antwort zu haben. Sondern sich selbst erst einmal wieder zu sammeln. 

Frage: 

Welche Frage stellen Sie sich selbst, wenn alles zu viel wird?

Doris: 

Ich frage mich oft: "Doris, worum geht es hier gerade wirklich?" Oder: "Was ist gerade der Fokus?"

Weil ich merke, dass ich manchmal von einem Thema zum nächsten springe. Und dann sage ich innerlich irgendwann: "Doris, stopp jetzt. Erst das fertig machen. Dann weiter."

Redaktion:

Sie erzählt das mit einer Offenheit, die angenehm unperfekt wirkt. Nicht wie jemand, der alles jederzeit im Griff hat. Sondern wie jemand, der gelernt hat, bewusst mit sich selbst umzugehen. 

Frage:

Was bedeutet Selbstführung für Sie - jenseits von Methoden oder Routinen?

Doris: 

Dass ich mir Zeit für mich nehme. Meditation hilft mir dabei sehr. Weil ich merke, dass mir in der Ruhe plötzlich Dinge bewusst werden, auf die ich vorher gar keinen Zugriff hatte. Gedanken, die irgendwo da sind, aber im Alltag untergehen. 

Redaktion:

Ich merke, wie sehr sich ein Satz durch unser ganzes Gespräch zieht, auch wenn er nie direkt ausgesprochen wird: Dass echte Klarheit oft erst entsteht, wenn es stiller wird. 

 

Was heute wichtiger geworden ist

 

Redaktion:

Gegen Ende des Gesprächs verändert sich noch einmal etwas. Es wird weicher. Persönlicher. Fast still. Vielleicht auch, weil Doris immer weniger darüber spricht, was sie erreicht hat - und immer mehr darüber, was ihr wirklich wichtig geworden ist. 

Frage: 

Was haben Sie persönlich erst spät gelernt, obwohl es Ihnen heute selbstverständlich erscheint?

Doris:

Mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen. Ich habe lange gedacht, ich muss alles tragen. Alles lösen. Für alles zuständig sein. Heute kann ich Dinge eher loslassen. Nicht immer. Aber viel besser als früher. 

Redaktion: 

Sie sagt diesen Satz ganz ruhig. Und trotzdem steckt unglaublich viel darin. Ich glaube, viele Menschen werden sich genau an dieser Stelle wiederfinden. Dieses Gefühl, immer stark sein zu müssen. Immer verantwortlich. Immer zuständig. Und wie schwer es ist, sich davon langsam zu lösen. 

Frage: 

Gibt es etwas, das Sie heute bewusster schützen als früher?

Doris: 

Ja, mein Inneres. Früher habe ich sehr viel von mir nach außen gegeben. Heute überlege ich genauer: Was gehört wirklich nach draußen und was möchte ich lieber bei mir behalten? Nicht aus Angst. Sondern weil manche Dinge einfach wertvoll sind. 

Redaktion:

Während sie das sagt, entsteht etwas sehr Ruhiges im Gespräch. Etwas Reifes. Nicht verschlossen. Aber bewusster. 

Frage:

Gibt es ein Thema, über das Sie heute anders sprechen als noch vor fünf Jahren?

Doris: 

Ja. Verzeihen. Dass ich vergeben kann. Anderen, aber auch mir selbst. Das fühlt sich heute für mich nach Freiheit an. Und das musste ich wirklich lernen. 

Redaktion:

Dieser Satz bleibt lange hängen. Vielleicht weil man spürt, dass er nicht schnell gesagt ist. Sondern gelebt wurde. 

 

Was bleiben soll

 

Redaktion:

Je näher unser Gespräch dem Ende kommt, desto weniger geht es um Methoden oder berufliche Stationen. Stattdessen entsteht immer stärker die Frage, was am Ende wirklich zählt. Was bleiben darf. Und was Doris mit ihrer Arbeit eigentlich weitergeben möchte. 

Frage:

Wenn Sie an die kommenden Jahre Ihres Berufslebens denken - was möchten Sie bewusster gestalten?

Doris: 

Ich möchte genauer hinschauen, wo ich meine Energie hingebe. Mir macht meine Arbeit unfassbar viel Freude und genau deshalb fällt es mir manchmal schwer, Nein zu sagen. Aber ich merke, wie wichtig das ist. 

Früher dachte ich oft: Wenn du Nein sagst, enttäuschst du Menschen. Heute weiß ich, dass ich mich damit auch selbst schütze und mir treu bleibe. 

Redaktion:

Während sie das sagt, merke ich, wie oft dieses Thema schon zwischen den Zeilen mitgelaufen ist. Dieses lange Gefühl, verantwortlich zu sein. Für alles. Für alle. Und wie viel innere Arbeit dahintersteckt, irgendwann sagen zu können: Bis hierhin. Nicht weiter. 

Doris:

Ich möchte bewusster entscheiden, welche Aufträge ich annehme. Wo ich wirklich etwas bewegen kann. Was mich inspiriert. Nicht mehr Masse. Sondern mehr Wesentlichkeit. 

Redaktion:

Doris möchte nicht mehr beeindrucken. Sondern wirken. Das ist genau das, was man in diesem Gespräch immer stärker spürt. 

Frage:

Was möchten Sie in Ihrer Arbeit künftig noch vertiefen?

Doris:

Das Coaching. Ich liebe Trainings, ich liebe Gruppen. Aber dieses intensive Arbeiten mit einzelnen Menschen fasziniert mich unglaublich. Zu sehen, wie jemand nach vier oder fünf Sitzungen plötzlich anders auf sich schaut oder mutiger wird, das berührt mich jedes Mal. 

Redaktion:

Ihre Augen leuchten, als sie das sagt. Und man versteht: Das ist weit mehr als ein Beruf für sie. 

Doris:

Ich möchte auch nochmal stärker auf das schauen, was ich über die Jahre gelernt habe. Dinge wieder hervorholen, die vielleicht in der Routine ein Stück weit verloren gegangen sind. Weil ich diese Arbeit als unglaublich wertvoll empfinde. 

Redaktion:

Es ist einer dieser Momente, in denen man spürt, wie viel Erfahrung in einem Menschen liegen kann. Nicht laut. Nicht inszeniert. Sondern gewachsen. 

Frage:

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit hinterlassen?

Doris:

Ich wünsche mir, dass Menschen nach einem Training oder Coaching sagen: "Die Doris hat mich zum Nachdenken gebracht." Oder dass sie sagen: "Ich habe anders auf mich geschaut." 

Es müssen gar nicht die riesigen Veränderungen sein. Oft sind es kleine Schritte, die später ganz viel bewegen. 

Redaktion:

Dieser Gedanke zieht sich wie ein leiser roter Faden durch das gesamte Gespräch. Nicht das Große um jeden Preis. Nicht Selbstoptimierung. Sondern echte Bewegung. Von innen heraus. 

 

Was danach kommen darf

 

Redaktion:

Ganz am Ende frage ich Doris, worauf sie sich irgendwann einmal freut, wenn Arbeit nicht mehr den größten Raum einnimmt. Und plötzlich wird ihre Stimme ganz weich. Fast leicht. 

Doris:

Ich möchte mehr Zeit in der Natur verbringen. Mit meinem Mann unter der Woche in die Berge gehen. Hüttenwanderungen machen. I

ch möchte wieder mehr Klavier spielen, im Chor singen und einfach diese Ruhe genießen. 

Redaktion: 

Man spürt sofort, wie viel Kraft genau darin für sie liegt. Nicht im Stillstand. Sondern in diesem bewussten Leben. 

Doris: 

Und ich merke immer mehr, wie dankbar ich bin. Dafür, dass ich gesund bin. Dass ich laufen kann, Sport machen kann, in die Berge gehen kann. Mein Sohn hat mir einen Halbmarathon zum Geburtstag geschenkt und wir laufen ihn zusammen. Das bedeutet mir unglaublich viel. 

Redaktion: 

Während sie davon erzählt, muss sie selbst kurz lachen. Diese Mischung aus Ehrgeiz, Lebensfreude und Dankbarkeit zieht sich eigentlich durch das gesamte Gespräch. 

Dann wird sie noch einmal stiller. 

Doris:

Und ich könnte mir vorstellen, später vielleicht nur noch Menschen zu begleiten. Gerade auch Menschen, die schwer krank sind oder vielleicht auf ihrem letzten Weg. Da kommt meine Krankenschwester wieder durch. Ich glaube, ich kann Menschen in solchen Situationen gut begleiten. Einfach da sein. Die richtigen Worte finden. Ruhe geben. 

Redaktion:

Es ist einer dieser Momente, in denen man nicht sofort weiterfragen möchte. Weil alles schon gesagt wurde. 

Als unser Gespräch endet, bleibt mir vor allem ein Gedanke zurück: Dass hinter der Klarheit, die man bei Doris Marx-Ruhland spürt, ein langer Weg liegt. Einer voller Verantwortung, innerer Arbeit, Zweifel, Mut und Entwicklung. 

Vielleicht hat mich dieses Gespräch deshalb so sehr berührt: Weil es nicht nur zeigt, wie Doris arbeitet. Sondern warum. 

Redaktion

Autorin

Redaktion

Coach und Trainerin für Führungskräfte und CEOs.

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